Sessionslunch Rückblick vom 19. Juni 2026 im Zunfthaus zur Waag

Das traditionelle Sessionstreffen der Freunde der FDP am 19.06.2026 fand wiederum im Zunfthaus zur Waag in Zürich statt. Bei einem Mittagessen hatten die Mitglieder der Freunde der FDP die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, welche aktuellen Entscheide und Entwicklungen aus Bundesbern aus liberaler Sicht Anlass zu Diskussionen gaben.

Die Co-Präsidentin der FDP Schweiz, Susanne Vincenz-Stauffacher, legte nach der Begrüssung der Gäste durch Silvan Wildhaber, den Präsidenten der Freunde der FDP Schweiz, ihre Gedanken zur «Blackout-Initiative» und zur nationalrätlichen Opposition gegen das Mercosur-Abkommen dar. Hinsichtlich der Blackout-Initiative gilt es seitens der FDP daran festzuhalten, dass ein Technologieverbot nicht der richtige Weg ist, um dem kontinuierlich wachsenden Energieverbrauch der Schweiz auch in Zukunft begegnen zu können. Daher macht die Annahme des direkten Gegenvorschlags des Bundesrates in diesem Fall durchaus Sinn. Als mögliche Ergänzung zu den erneuerbaren Energieträgern wie Wasser-, Wind- und Solarenergie sollte eine Nutzung der Kernkraft zumindest als zukünftige Option nicht ausgeschlossen werden.

Ein unheiliges Bündnis hat bei der Ablehnung des Mercosur-Abkommens im Nationalrat gezeigt, welch schweren Stand verantwortungsbewusste Politik derzeit in Bundesbern hat. Dieses für die Schweiz sehr wichtige Freihandelsabkommen wurde nicht nur von links-grüner Seite, sondern auch von Mitgliedern der Mitte und rund einem Drittel der SVP-Fraktion abgelehnt. Dass insbesondere der Bauernverband das Freihandelsabkommen mit Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay und Uruguay quasi für ein Machtspiel genutzt hat, um staatliche Kompensationen in Höhe von 880 Millionen Franken zu fordern, ist stossend.

Die Thurgauer Nationalrätin Kris Vietze ging auf die Parlamentsdiskussion zur Finanzierung der 13. AHV-Rente ein. Die FDP will den Druck für eine zukunftsfähige Gesamtsanierung der Altersvorsorge aufrechterhalten. Das bedeutet, dass die offene Finanzierungsfrage nicht einfach durch eine alles verteuernde Mehrwertsteuererhöhung und zusätzliche Lohnbeiträge gelöst wird, ohne gleichzeitig relevante Reformen am schweizerischen Rentensystem vorzunehmen. Es gilt, den bisherigen Generationenvertrag im Fokus zu behalten und eine gerechte Verteilung der Lasten sicherzustellen, anstatt «Pflästerli-Politik» zu betreiben.

Die Veranstaltung wurde durch Fragen aus dem Publikum an die beiden Rednerinnen abgerundet.